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Wozu Prävention und Gesundheitsförderung? Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene sind mit einer Vielzahl von Anforderungen und ständigen Veränderungen in vielen Lebensbereichen konfrontiert. Um einen kompetenten und positiven Umgang mit den unterschiedlichen Problemstellungen zu ermöglichen, ist es notwendig, sich seiner Selbst und seiner Fähigkeiten bewusst zu sein, sowie Gefährdungen erkennen zu können. Wie?Moderne Prävention legt den Schwerpunkt darauf, individuelle und strukturelle Schutzfaktoren zu stärken. Je mehr Möglichkeiten der Einzelne sieht, mit schwierigen Situationen umzugehen, umso geringer ist die Gefahr, eine Lösung z.B. im Suchtmittelmissbrauch, extrem riskantem oder gewalttätigem Verhalten zu suchen. Um in verschiedenen Situationen adäquat reagieren zu können, ist eine der wichtigsten Komponenten üben, üben, üben. Dies gilt für Kinder genauso wie für Erwachsene. Erwachsene sowie Institutionen sind zudem gefordert, bestehende Rahmenbedingungen einzuhalten (z.B. Jugendschutz), zu fördern (z.B. Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche) bzw. sich ihrer Vorbildwirkung bewusst zu sein.Prävention bei Kindern und Jugendlichen ab 10 JahreIm Folgenden werden die wesentlichen Themen zur Prävention im Kinder- und Jugendalter dargestellt und inhaltlich beschrieben. Idealerweise finden viele dieser präventiven Maßnahmen in Schulklassen statt und begleiten die Gemeinschaft über längere Zeit. Für manche Themenbereiche kommen externe Berater in die Klassen, öfter wird jedoch versucht, die Lehrpersonen als Kooperationspartner zu gewinnen. Ihnen werden ausführliche Materialien und Schulungen, sowie meistens eine Praxisbegleitung zur Verfügung gestellt. Intensive Information und Einbindung der Eltern in laufende Projekte stellen ein Qualitätsmerkmal präventiver Angebote dar.Gesammelte Informationen über momentan aktuelle Programme bekommen Sie im Regionalverband Salzburger Seenland. Es gibt zudem die Möglichkeit, für bestimmte Themenschwerpunkte individuelle Vorgehensweisen zu entwickeln.
Der Schwerpunkt im Kindergarten und in der Volksschule liegt ganz allgemein auf der Stärkung der sozialen Kompetenz, Wahrnehmung der eigenen Gefühle und auf der Fähigkeit und Ermutigung, sich abgrenzen zu dürfen. Gesundheitserziehung in vielen Bereichen, Bewegung, aber auch mit Gefahren im Straßenverkehr umgehen zu können, stellen wichtige Themen dar. Im Folgenden werden sechs Schwerpunktbereiche dargestellt, wobei die Inhalte teilweise ineinander reichen. Viele dieser Angebote finden idealerweise im Kindergarten bzw. in der Volkschule statt. Je kleiner die Kinder sind, desto intensiver ist aber die Arbeit mit den Eltern, Lehrern bzw. Kindergartenpädagoginnen.
Lebenskompetenzen Wahrnehmung eigener Gefühle, Konflikte lösen, Selbstbehauptung, Umgang mit Stress, Problem lösen
Darunter werden üblicherweise soziale Fertigkeiten verstanden, die es den Kindern erleichtern, sich in die Gemeinschaft einzufügen, sich adäquat durchzusetzen und anfallende Probleme zu lösen bzw. sich Hilfe zu organisieren. Diese Lernprozesse finden im „normalen“ Alltag statt. Durch gesonderte Projekte kann eine Schwerpunktsetzung gelingen. Kinder setzen sich mit ihren eigenen Kompetenzen und Gefühlen auseinander. Sie lernen schwierige Situationen zu erkennen und zu meistern, was sowohl ihren Selbstwert, wie auch das Gefühl, Einfluss auf ihr Leben nehmen zu können, steigert. Beides sind wichtige Komponenten der psychischen Gesundheit und helfen Kindern, sich gegen eine Vielzahl von Gefahren (insbesondere süchtigen Verhaltensweisen) abzugrenzen.Prävention von sexuellem MissbrauchVertrauen in eigene Gefühle stärken, Selbstbehauptung, Aufklärung zur beginnenden Pubertät, Wahrnehmung der Eltern schärfen Inhaltlich decken Angebote zur Prävention von sexuellem Missbrauch zumeist folgende Themenbereiche ab: Stärkung der Wahrnehmung eigener Gefühle sowie die eindringliche Botschaft, ein Recht auf diese Gefühle zu haben und ihnen zu vertrauen. Nein sagen lernen, was deshalb besonders schwierig ist, weil, wie man weiß, ein Großteil der Täter aus dem engen sozialen Umfeld kommt. Altersangepasste Aufklärung stellt eine weitere Basiskomponente dar. Je besser Kinder über Sexualität aufgeklärt sind, umso weniger Chance haben potentielle Täter, ihnen Dinge „einzureden“. Ab der Pubertät sind Gespräche mit Jugendlichen über Liebe, Beziehung, aber auch der Umgang mit Grenzen und verbaler wie nonverbaler sexualisierter Gewalt notwendig. Selbstverteidigungskurse, insbesondere für Mädchen, runden zumeist das Angebot in diesem Bereich ab.VerkehrserziehungSich sicher im Straßenverkehr bewegen können
Kinder können Geschwindigkeiten und die damit verbundenen Anhaltewege von Fahrzeugen schlecht einschätzen. Richtiges Verhalten im Straßenverkehr stellt einen aktiven Beitrag zur Gesundheitsvorsorge dar.GesundheitsförderungErnährung – gesunde Jause, Bewegung, Pausengestaltung
Unter diesem Begriff wird eine Vielzahl von Maßnahmen subsumiert, wobei der Schwerpunkt auf den Bereichen Bewegung und Ernährung liegt. In diesem Alter gibt es noch einmal die Möglichkeit, Weichen zu stellen, was den Umgang sowohl mit Essen wie auch mit Bewegung betrifft. Die Betonung liegt vor allem auf dem lustvollen Umgang mit beiden Themenkreisen. Zudem sind Gemeinden mit strukturellen Maßnahmen gefordert. Adäquate Freizeitangebote und die Einbindung der Kinder in Vereine können gesunde Verhaltensweisen verfestigen helfen.KonfliktlösungStreiten, sich versöhnen, Zusammenhelfen, kreative Lösungen für Konflikte finden, Wiedergutmachung
Stellt einen Beitrag zur Gewaltprävention dar. Verschiedene Modelle der Konfliktbewältigung werden erarbeitet. Das beinhaltet Regeln, wie Konflikte konstruktiv ausgetragen werden sollen. Außerdem wird an der Fähigkeit, Gefühle bei sich und anderen wahrzunehmen, gearbeitet. Kindern soll vermittelt werden, dass Streit nichts Negatives ist, sofern bestimmte Regeln bei der Konfliktlösung eingehalten werden.ElterntrainingGrundlagen der Erziehung, Lösen schwieriger Situationen, Setzen von positiven und negativen Konsequenzen
In keinem anderen Bereich wie in der Erziehung wird so viel Wissen vorausgesetzt. Eltern kann in speziellen Trainings vermittelt werden, wie sie schwierige Situationen in der Familie lösen können und welche positiven und negativen Konsequenzen auf das Verhalten der Kinder angemessen sind. Ebenso können Elterntrainings eine Orientierung bei speziellen Problemstellungen der Kinder bieten.
Die Themen sind auch hier ähnlich, wobei der Inhalt dem Alter angepasst verändert wird.In der Suchtprävention stellen der Umgang mit Rausch und Risiko sowie die Faszination, die davon ausgeht, einen weiteren Punkt dar. Die Inhalte werden spezifischer dargeboten z.B. konkrete Angebote zum Thema Rauchen, Alkohol usw..Gewaltprävention, bzw. im Vorfeld, wie können Konflikte konstruktiv gelöst werden, ist ein weiterer Schwerpunkt, wobei hierzu auch verbale Gewalt zählt. Durch die Pubertät werden alle Fragen zur Sexualität topaktuell, wobei besonders Angebote zur Aufklärung, Liebe und Beziehung, zum Missbrauch und zu sexualisierter Gewalt notwendig sind. Essen und Schönheitsideale sind wichtige Themen, da die meisten Essstörungen in der Pubertät beginnen.SuchtpräventionSpezifischere Inhalte sind möglich: Umgang mit Rausch und Risiko, Feste feiern, über eigenes Verhalten nachdenken - Handlungsvarianten erarbeitenZur Suchtprävention für Jugendliche gibt es unterschiedliche Ansätze. Lange Zeit wurde massiv auf Suchtmittelaufklärung (wie wirkt die einzelne Substanz) und Abschreckung gesetzt. Diese Maßnahmen haben sich eher wenig bewährt. Momentan gibt es zwei Ansatzpunkte. Zum einen die Schulung und Aufklärung der Bezugspersonen (Eltern, Lehrer, ...) mit Inhalten wie: Wie erkenne ich süchtiges Verhalten, bzw. Suchtmittelmissbrauch? Aufklärung zu den verschiedenen Substanzgruppen und einschätzen und umgehen können mit einer akuten Situation. Bei den Jugendlichen selbst steht die Stärkung der Lebenskompetenzen im Vordergrund. Darunter versteht man die Stärkung von Selbstbewusstsein, Selbstreflexion, soziale Kompetenz (z.B. Aushalten von Gruppendruck), Konfliktlösefähigkeit sowie der Genussfähigkeit. Bei der Entwicklung einer Genuss- und Festkultur, die nicht allein auf Rausch abzielt, ist die Allgemeinheit gefordert, da Jugendliche sich am Vorbild der Erwachsenen orientieren.Prävention von sexuellem MissbrauchLiebe, Beziehungen, Grenzen setzen, Umgang mit sexueller Gewalt (verbal und nonverbal)
Die Themen sind ähnlich wie weiter oben dargestellt, werden allerdings in einer altersgemäßen Form präsentiert. Der Schwerpunkt liegt auf Gesprächen über Liebe und Beziehung, Erkennen von sexualisierter Gewalt und Vermittlung von Hilfsangeboten.Gesundheitsförderung / EssenKörperwahrnehmung, Erspüren der Bedürfnisse, Bewegung, Ernährung, Prävention von Essstörung
Essen und Essstörungen sind ein zentrales Thema in unserer Überflussgesellschaft. Hauptbetroffene sind nach wie vor Mädchen, obwohl der Anteil der Burschen steigt. Der präventive Zugang ist wieder vielschichtig. Zum einen gilt es die gängigen Schönheitsideale zu reflektieren und Jugendlichen Orientierungshilfen zu bieten. Zum anderen müssen individuelle Ressourcen gestärkt werden. Durchsetzungskraft, Konfliktlösefähigkeit und die Stärkung des Selbstwertgefühls sind wichtige Faktoren bei der Prävention von Essstörungen.Konflikte / GewaltLösen von Konflikten, Umgang mit verbaler nonverbaler Gewalt, Selbstverteidigung, AbgrenzungsfähigkeitAnsatzpunkt in diesem Alter sind zum einen die Jugendlichen selbst, oft aber auch Kontaktpersonen wie Jugendleiter, Lehrer und auch Eltern. In vielen Bereichen ist es für Bezugspersonen notwendig, Hinweise auf Problemstellungen richtig zu deuten, um passende Hilfen rechtzeitig anbieten zu können.
Um Gewalt zu vermeiden ist es besonders wichtig, dass Jugendliche lernen, auf konstruktive Art mit Konflikten umzugehen. Dazu gehören Regeln zur Konfliktbewältigung genauso wie die Stärkung der Beobachtungsfähigkeit und zwar sowohl die Selbstreflexion wie auch das Einfühlungsvermögen.
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